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Das Moers Festival steht für kreative Unruhe, und es gehört laut Festivalleiter Reiner Michalke zur DNA des Festivals, dass seine Existenz immer wieder politisch und ökonomisch gefährdet war.

Von Stefan Pieper. Ein dickes Fell der Festivalmacher half, dass die Geschichte seit über 40 Jahren kontinuierlich weitergeschrieben wurde. Geschichte gemacht hatte unlängst ein moers2Becca StevensKassensturz, den der neue Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH vorlegte, wonach das Festival kurz vor dem endgültigen Aus stehe. Wer immer mit knappen Zahlen kalkulieren muss, wird kreativ – und zum Glück wurde sofort genug Bewusstsein für den außerordentlichen Imagefaktor laut, den das weltweit renommierte Festival für die Provinzstadt am Niederrhein bedeutet. Die Stadt Moers hat nun eine Bürgschaftserklärung abgegeben, für die finanziellen Geschicke der Moers Kultur GmbH die Verantwortung zu übernehmen. Zudem kam schnell eine weitere Einsicht auf: Eine Absage des längst komplett durchgeplanten Festivals wäre noch viel teurer gekommen als seine Durchführung.

Jetzt braucht es nur noch volle Ränge zur Bestätigung, dass alles richtig gemacht wurde. Das Programm für die aktuelle Ausgabe taugt auf jeden Fall dazu. Wieder soll Moers laut Michalke zum „Gegenentwurf zu einer Welt werden, in der Menschen dabei sind, wieder Grenzzäune hochzuziehen“. Musikalisch grenzenlos agiert unter anderem Carolin Pook, die zum Festivalauftakt als Improviser in Residence ein Oktett aus acht Musikerinnen aufbietet, die simultan Geige und Schlagzeug spielen. Zwischen Köln und New York pendelnd, sorgt sie als mutige Soloperformerin mit erfrischenden interdisziplinären Projekten für Furore. Eine der zurzeit aufregendsten Pianistinnen zwischen freier Improvisation und Neuer Musik ist die Slowenin Kaja Draksler, die in Moers im Duo mit der Trompeterin Susanne Santos Silva aufspielt. Eine Landsfrau von ihr, die Sängerin Maja Osojnik, bringt dunkle Song-Poesie nach Moers. NRWs Jazzszene ist im Hauptprogramm ebenfalls gut präsent: Das Subway Jazz Orchestra, eine frische Bigband aus Köln, zeigt den großen etablierten Klangkörpern, wo der Hammer bei den Großformaten hängt. Einige ehemalige Moerser Improvisers in Residence hat Bassist Tim Isfort in seinem Zapptett vereinigt. Eine Grande Dame des Jazz, nämlich Cassandra Wilson, will in Moers alles andere als durchgestyltes Establishment bieten – steht doch ihr neues Bandprojekt mit dem Trio Harriet Tubman für hautnahe Livepräsenz, die aus dem Hier und Jetzt kommt.

Termin:
13. bis 16. Mai, Festivalhalle Moers

Website:
www.moers-festival.de