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JAZZTHETIK LiveAlle zwei Jahre empfängt Hamm nationale und internationale Stars zum Jazzfest. Mit Erfolg – in diesem Jahr waren fast alle Konzerte ausverkauft.

Von Kurt Rade. hammGötz Alsmann © Kurt Rade
Den Auftakt des Festivals vollzog Wolfgang Haffner mit seiner Band und dem Überraschungsgast Ulf Wakenius. Der Abend stand unter dem Motto „Jazz-Klassiker“, und so wurden Stücke wie „So What“, „My Funny Valentine“ oder Esbjörn Svenssons „Love Is Real“ mit Feinheit, Gefühl und sattem Klang dargeboten. Der zweite Abend begann mit Charlie Augschöll und seiner Hotline Band. Der Tiroler brachte gleich einen ganzen Koffer voller Jazz, Funk, Latin, Blues und groovigen Sounds mit und begeisterte am Saxofon wie an der Querflöte. Wenn man nur auf den Sitzen hätte tanzen können. Es folgte The Bali Thing mit dem Uwe Plath & Dian Pratiwi Quintett, das den kleinen Saal mit modernen Eigenkompositionen zum Kochen brachte. Dians rauchige und kräftige Stimme hatte ihre Wirkung und das virtuose Saxofonspiel von Uwe Plath tat sein Übriges. Eine brillante Truppe, bei der alle Musiker überzeugten. Klaus Doldinger hatte auf seiner Jubiläums-Tour zahlreiche Passport-Musiker mitgebracht, die ihn im Laufe der Jahre begleitet haben. Licht und Technik waren im Großeinsatz. Doldinger strotzt auch im 80. Lebensjahr vor Energie und Spielfreude. Natürlich rauschte der Funk durch den Saal und die Halle bebte. „Sahara“, eine seiner älteren Kompositionen, war ein Höhepunkt des Abends. Doldinger trieb mit druckvollem Spiel die Musiker vor sich her und wurde von einem tosenden Publikum verabschiedet.

Tina Tandler & Band eröffneten den dritten Abend, bei dem Funk, Blues und Pop im Mittelpunkt standen. Mit bunten Eigenkompositionen, Balladen und rockigen Elementen schaukelten sie die Stimmung im Saal hoch. Trotz Anklängen an den Sound von Mezzoforte ist Tina Tandlers Musik unverwechselbar. Beim Anne-Christine Heinrich Quartett stand die Querflöte im Mittelpunkt, die im Jazz bekanntlich keinen leichten Stand hat, wenn es darum geht, sich klanglich zu behaupten. Die Bandleaderin überzeugte mit warmem Ton und herrlichen Melodien. Anschließend stellte Silje Nergaard ihr aktuelles Album Chain of Days vor – der musikalische Höhepunkt des Festivals. Die Sängerin brauchte nicht lange, um die Zuhörer mit ihren Kompositionen zwischen Volksmusik, Jazz und einem Hauch von Pop zu verzaubern. Ihre beiden virtuosen Gitarristen Hallgrim Bratberg und Håvar Bendiksen standen ihr in nichts nach. Pat Methenys „This Is Not America“ war überwältigend interpretiert und das Publikum völlig aus dem Häuschen. Beendet wurde das Jazzfest von Götz Alsmann mit seinem Broadway-Programm. Hier stand das Entertainment im Vordergrund. Die Verbindung des Broadwaysounds mit Unterhaltung und Kompositionen von Cole Porter, George Gershwin und anderen machte einen bunten Abend mit viel Witz und Geschichten zum Genuss.