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J01 purpleBeim 27. Jazzfest setzte Programmgestalter Otto Lohle auf Bewährtes. Top-Act aber war ein Sänger, der zum ersten Mal in Gronau zu sehen war.

Von Stefan Streitz. gronauStefanie Heinzmann © Stephan Streitz
Schon zum 27. Mal kam eine bunte Hörerschaft im westlichen Westfalen zusammen, um Größen der Musikwelt zu huldigen. Mit Gregory Porter war in diesem Jahr ein Sänger beim Jazzfest Gronau zu Gast, der in Sachen Größe derzeit seinesgleichen sucht und weit über die Jazzgrenzen hinaus Star-Status besitzt. Dank seiner samtig weichen, bisweilen kraftvoll-expressiven Stimme, die so unmittelbar betört und anspricht, ist Porter auf der ganzen Welt gefragt. Schön, dass Ende April, eingebettet zwischen den Stationen Riga, Le Mans und Luxemburg, auch Gronau einen Platz im Tourplan des Sängers ergattern konnte. Es war ein besonderer Abend vor ausverkauftem Haus, der in Erinnerung bleiben wird. Und bewegt vom enthusiastischen Zuspruch der Zuschauer schien auch Porter selbst großen Spaß an diesem Abend zu haben. Sichtlich entspannt und künstlerisch ganz und gar auf der Höhe groovte, ächzte, stampfte und sang er mal geschmeidig, mal energiegeladen, aber immer hochklassig. Verstärkt wurde das intensive Konzerterlebnis in der Bürgerhalle durch die neu installierte Videotechnik, die das Publikum noch näher am Geschehen sein ließ.

Vorweg präsentierte sich das Tingvall Trio in bester skandinavischer Manier mit innig vertrautem Zusammenspiel – drei Musiker, die bestens aufeinander eingespielt sind und entsprechend glänzend harmonieren. Für ihr extrem belebendes Konzert war ihnen großer Zuspruch sicher. Tags darauf zeigten zwei Frauen unter dem Motto „Women in Jazz“ ihr Können: Cécile Verny niveauvoll, aber eher konventionell, und Randy Crawford, die den Charme vergangener Tage aufblitzen ließ. Mit dem vielfach bewährten Altmeister Maceo Parker machte die Soulpower einmal mehr in Gronau halt, und die Jazzkantine ließ im Rock’n‘popmuseum u.a. HipHop-Momente in ihr Konzert einfließen.

Für den tanzbaren Höhepunkt sorgten am letzten Abend des Jazzfests Flo Mega und Stefanie Heinzmann, die die Bürgerhalle zum Kochen brachten. Flo und seine Band brannten ein wahres rhythmisches Feuerwerk ab, in dem funkelnde Bläsersätze den nötigen Glanz lieferten. Anschließend machte die junge Sängerin aus der fernen Schweiz ihren Auftritt in der Grenzstadt zu den Niederlanden fast zum Heimspiel und knüpfte nahtlos an den Groove Flo Megas an. Unbekümmert, wortreich und direkt sang sie, was die Emotionen hergaben, und ließ sie ihrer schwarzen Stimme charmant und authentisch freien Lauf. Ein schöner, kraftvoller Festivalabschluss.