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purpleEine Jazzfestivalszene in Griechenland? Es gibt sie wirklich. Eine von landesweit über einem Dutzend Veranstaltungen ist das Sani Festival mit dem Titel „Jazz on the Hill“.

 Von Christine Stephan.jazz on the hillSalif Keïta + Band © Christine Stephan
Auf einem der drei griechischen Finger, genauer Kassandra Halkidiki, fand im Juli in einem Traumambiente das Sani Festival mit hochkarätiger internationaler Besetzung statt. Eine Taxistunde vom Flughafen Thessaloniki entfernt, irgendwo im Nirgendwo, liegt dazu ein Ferienresort, dem man gar nicht genügend Sterne verleihen kann, eine Traumwelt aus Luxus und üppiger Natur mit überaus freundlichen und herzlichen Gastgebern. Hier wollen die Festivalmacher, die rührige Olga Tabouris und der Hotelier und Jazzliebhaber Stavros Andreadis, Brücken schlagen zwischen Tourismus, Kunst und Kulinarik, zwischen ausländischen Besuchern und Einheimischen.

Nach Konzerten von u.a. Dave Holland, Chris Potter, Lionel Loueke mit Eric Harland, Hugh Coltman, Kurt Elling, Elli Paspala & Vassilikos gab der legendäre malische Sänger Salif Keïta in diesem Jahr das Abschlusskonzert. Der Auftritt der „Golden Voice of Africa“ fand vor der romantischen Kulisse eines byzantinischen Turms statt, der zu dem über 100 Hektar großen Resortgelände gehört. Keïta, einer der ganz großen Stars der World Music und nun schon seit über 40 Jahren Botschafter der modernen malischen Musik, sucht immer neue Ausdrucksformen und vermählt die traditionelle Musik seiner Heimat behutsam mit Elementen westlicher Popmusik.

Im Rahmen seiner „Acoustic Tour“ präsentierte er mit seiner Band allerfeinsten Afro-Groove, der wirklich alle zum Tanzen animierte. Über einem dichten Rhythmusteppich und dem melodiösen Koraspiel von Sory Kandia Kouyate verzauberte Salif Keïta mit seiner warmen Stimme in Englisch, Französisch und Bambara sein enthusiastisches Publikum in einem knapp zweistündigen Konzert. Der unvergessliche Abend war ein schöner Beweis dafür, wie Musik Grenzen, Kulturen und Krisen verschwinden lassen kann, sei es auch nur für ein paar magische Minuten, die aber bei mir eine nachhaltige Tiefenwirkung entfalteten und meine Seele berührten. Keïta und seine bestens aufgelegte Band waren an diesem Abend zur genau richtigen Zeit am richtigen Ort und schenkten insbesondere den Zuhörern aus dem arg gebeutelten Griechenland Lebensfreude und eine gehörige Portion Optimismus.

Das Festival „Jazz on the Hill“ ist keineswegs ein im Elfenbeinturm konzipiertes, elitäres Unterfangen, wie es die Kulisse des byzantinischen Turms nahelegen könnte, sondern richtet sich an Musikfreunde, die Wert auf beste Unterhaltung und Niveau legen. Die Veranstalter beginnen bereits jetzt mit den Vorbereitungen für 2016. Und wer sich den Trip ins griechische Sani-Resort leisten kann, sollte sich diesen Termin fürs nächste Jahr vormerken.