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JAZZTHETIK LiveZum ersten Mal im renovierten Scala-Theater und mit neuem Programmchef präsentierten sich die Ludwigsburger Jazztage runderneuert.

Von Arnim Bauer.
Nachdem es Peter Sömmer, den langjährigen Programmchef des Scala, in seine norddeutsche Heimat zurückgezogen hatte, übernahm im Frühjahr 2015 Mini Schulz diesen Posten. Zusammen mit Geschäftsführer Edgar Lichtner und dem jungen Schlagzeuger Flo König entwarf Schulz für die Jazztage ein neues Konzept, das Bewährtes fortführt, etliche Neuerungen beinhaltet und den Jazz einem breiten Publikum näherbringen soll. Dazu setzen die Macher des Scala auf mehrere Säulen. Natürlich sind die Großevents der Anker, der mit bekannten Namen Aufmerksamkeit erregt und die Menschen anspricht. Dazu gibt es einen starken lokalen Bezug, für den vor allem die Kooperation mit dem Ludwigsburger Jazzclub steht. Auf dessen Bühne im Podium der alten Musikhalle fanden eine ganze Reihe von Auftritten lokaler Bands statt sowie Konzerte, die besser in den intimen Rahmen passten als in die großen Säle.

Im Scala, dessen gemütliches Ambiente auch nach der Renovierung erhalten geblieben ist, waren als Stargäste in diesem Jahr Stacey Kent und der norwegische Trompeter Nils Petter Molvær zu Gast. Kents Auftritt fand kurz nach den Terroranschlägen von Paris statt, und so hatte sie kurzfristig ihr auf fröhliche brasilianische Samba-Klänge ausgerichtetes Programm geändert und spielte aus Solidarität mit den französischen Nachbarn getragenere, aber nicht minder stimmungsvolle Musik. Dabei erwies sie sich als Meisterin des Jazzgesangs und beeindruckte mit ihrer Band, angeführt von ihrem Ehemann Jim Tomlinson (sax, fl), durch einen schnörkellosen Auftritt, der neben dem Konzert von Nils Petter Molvær, dem Wanderer zwischen elektrischer und akustischer Musikwelt, der Höhepunkt der Jazztage war.

Auf dem Weg zu ihrem Ziel, das Publikum auf eine Reise durch die vielfältige Welt des Jazz mitzunehmen, setzen Schulz und Lichtner auf traditionelle, aber beliebte Veranstaltungsformen wie Jam Sessions, Late-Lounge-Veranstaltungen, Workshops und die bereits etablierte Blues&Boogie-Night. Das Konzept wurde auf Anhieb angenommen, und so können die Macher schon jetzt guter Dinge an den nächsten Jazztagen basteln.