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hifiDa haben wir den Salat. Den Kabelsalat. Keine andere Disziplin wird in der HiFi-Welt kontroverser diskutiert. Ein interessanter Diskussionsbeitrag kommt von der serbischen Firma Way Cables.

 Von Peter Steinfadtway cables

Das Kabel – für die einen notwendiges, rein pragmatisches Übel zum Verbinden von Komponenten, für die anderen grundsätzliche Zubehörfrage und Anlass zu Material- und sonstigen Meditationen. Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Wobei Audiokabel - häufig auch einfach nach dem verwendeten Stecker „Cinch-Kabel“ genannt – ein großes Potenzial zur Klangsteigerung bieten können. Wenn sie richtig eingesetzt werden. Die zarten analogen Signale sind erheblich fragiler und störanfälliger als digitale Datenströme. Deshalb kann z.B. ein gut geschirmtes Cinch-Kabel mit kontaktstarken Steckern kleine Wunder der Klangverbesserung bewirken. Audiokabel klingen nicht, aber sie können den Klang beeinflussen. Ein gutes Kabel stellt sicher, dass das Ursprungssignal möglichst unverfälscht den Bestimmungsort erreicht und keine Frequenzen hervorhebt oder benachteiligt.

Die Manufakturprodukte der serbischen Firma Way Cables, die in reiner Handarbeit mit Herzblut hergestellt werden, sind nicht nur optisch richtig knorke, sondern zeichnen sich vor allem durch Ausgeglichenheit über den gesamten Frequenzbereich aus. Das laufrichtungsgebundene Leitermaterial besteht aus 4N-Silberleitern mit einem Reinheitsgehalt von 99 Prozent. Ein aufwändiges Dämpfungssystem und die Ummantelung mit gefärbtem Baumwollstoff sowie der Einsatz von höchstwertigen Steckern des australischen Unternehmens KLE (die Stecker bestehen ebenfalls aus reinem Silber), verleihen den Kabeln einen exklusiven Touch. Da aber, so lehrt die Erfahrung, manche Schönheit nicht a priori auch das schärfste Messer in der Schublade ist, hören wir heute kritisch in das solid core NF-Kabel Silver 4 und das Lautsprecherkabel Silver 2 rein. Um deren spezifische Charakteristika freizulegen, wurden verschiedene Referenzkabel ebenfalls mit eingestöpselt, um einen Vergleich zu erhalten.

Mit You No Fit Touch Am (Wah Wah 45s, 2015) legt Dele Sosimi, langjähriger Weggefährte der Afrobeat-Leitfigur Fela Kuti, nach über zehn Jahren ein neues Album vor. Und was für eins! Kristallklar produziert, brodeln die Sounds des gigantischen Afrobeat-Orchesters mit schöner und glaubhafter Raumdarstellung in die Ohren des Hörers. Die Way Cables sind ungewohnt schnelle, sehr neutrale Kabel mit einer hohen Dynamik. Hier klingt nichts muffig oder explizit warm, aber auch nichts überzogen analytisch. Wir sind mittendrin und live dabei im afrikanischen Sounddschungel mit politischem Anspruch, im typischen, hypnotischen Fela-Sound aus dem Lagos der 70er Jahre kombiniert mit den State-of-the-Art-Möglichkeiten eines modernen Aufnahmestudios. Das wird ein Klassiker. Und alle zum Test angetretenen Gerätschaften können mit den Balkan-Kabeln einen klanglichen Gewinn hinsichtlich Auflösung und Durchhörbarkeit verbuchen.

Zur Abwechslung mal ein älterer Titel, der schon seit Jahren zu meinem festen Standardrepertoire gehört. Painted Desert (Avant, 1995) der New Yorker Downtown-Impro-Ikone Ikue way cablesMori, hier zusammen mit den genialen Robert Quine und Marc Ribot an den elektrischen Gitarren, ist eigentlich eine gemütliche Surf-Country-Scheibe mit dem genretypischen Gitarren-Twang. Die Aufnahme lotet mit minimalistischer Studiotechnik sehr geschickt die Weiten des Raumes aus – die Wüstenhitze flirrt zum Greifen nah vor dem musikalischen Ohr des Zuhörers. Die Way-Cable-Kombi aus Cinchkabel und Lautsprecherkabel stellt auch hier das Geschehen unverfälscht und neutral in den Raum und vermag die Emotionalität der Musik wunderbar zu transportieren. Fast ein Spaghetti-Western-Feeling, aber halt auch eins mit cool-postmodernem New-York-City-Touch. Ziemlich einzigartig und gar nicht schräg.

Was ist also von den Way-Kabeln zu halten? Eine ganze Menge. Der Zugewinn an musikalischer Information und „Wahrheit“ im Sinne von Unverfälschtheit, die von anderen Audioleitungen vielleicht unterschlagen werden, kann beim Einsatz dieser Kabel dramatisch und das i-Tüpfelchen auf dem Weg zum audiophilen Nirvana sein. Einfach selber mal hören und dann den Autor lobpreisen oder verfluchen. Das liegt dann ganz an Ohren bzw. Temperament. Vom Stereopaar Silver 4 kostet der Meter 499 Euro, zum selben Preis gibt es das Lautsprecherkabel in der Länge 2 x 2.0 Meter.

Website:
www.waycables.com