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Online-Archiv

Das Online-Archiv der JAZZTHETIK enthält die bereits auf jazzthetik.de publizierten Artikel. Es bietet keine Komplettübersicht über die erschienenen Beiträge in früheren Printausgaben von JAZZTHETIK. Die Suchfunktion auf jazzthetik.de bietet Ihnen eine Übersicht über die speziell für die Online Ausgabe ausgewählten Artikel.

Der Vibrafonisten-Legende Bobby Hutcherson jüngst einmal wieder in Europa live zu begegnen, ihr beim Spielen zuzuschauen, ist schon ein besonderes Vergnügen. Mit vollem Körpereinsatz lauscht Hutcherson den angeschlagenen Tönen nach, er biegt und windet sich, in unnachahmlicher Eleganz und nahezu tänzerischer Anmut. Wer es bisher nicht wusste, weiß es spätestens nach diesem Erlebnis: Jazz und Körpersprache sind – worauf gerade Joachim–Ernst Berendt mehr als einmal hingewiesen hat – nicht voneinander zu trennen. Und wer je bei afroamerikanischen und europäischen Jazzern auf die Körpersprache geachtet hat, weiß, dass Jazz dort lebt, wo seine Körpersprache gesprochen wird.

jeden Monat werden in der JAZZTHETIK die aktuellen CD und DVD Neuerscheinungen aus Jazz, Weltmusik, Elektronik, Blues, u.v.m. vorgestellt. Neben den Einzelvorstellungen gibt es auch monatliche Kolumnen zu speziellen Themen. Hier einige Besprechungen zum Probelesen aus der aktuellen Ausgabe.

Paolo FresuIn schräger Sitzhaltung quer zur Lehne des Stuhls verfolgt Paolo Fresu die Aktionen seiner Mitspieler bei Mare Nostrum, Jan Lundgren und Richard Galliano. In der ausverkauften Konzertscheune von Salzau, wo der 46-jährige Sarde an diesem Nachmittag sein JazzBaltica-Debüt gibt, könnte man eine Stecknadel fallen hören. So konzentriert verfolgen die Besucher die traumversunkene, gefühlvoll bis ins feinste Pianissimo ausgelotete Klangästhetik des Trios, in der sich dennoch verschiedenste kulturelle Anklänge herausschälen.

Bobby HutchersonBobby Hutcherson hat mit seinen 66 Jahren (die meisten davon auf der Bühne) ein Alter erreicht, in dem es keine Schande ist, sentimental zu sein. For Sentimental Reasons heißt das neue Album, das der Vibraphonist nach einer achtjährigen Pause als Bandleader eingespielt hat. Natürlich waren die acht Jahre keine Schaffenspause. Dazu war der an der Westküste der USA wohnhafte Hutcherson viel zu beschäftigt mit Projekten wie dem San Francisco Jazz Collective oder seinem eigenen Quartett.

Zurück in die Zukunft! Wenn der Deutsch-Chilene Uwe Schmidt als Señor Coconut auf Yellow Fever!, seinem neuesten Angriff auf die Geschmackspolizei der Techno-Generation, die Klassiker der Techno-Pop-Pioniere Yellow Magic Orchestra (YMO) im Latin-Sound umsetzt, dann ist diese Reanimierung des YMO nach der Jahrtausendwende vielmehr eine Besinnung auf die Wurzeln der kultigen Japaner und gleichzeitig eine zukunftsweisende Fortentwicklung des Remix-Gedankens.