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Samstag, 4. Februar 2012

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Megaphone #209 von Rolf Jäger & Co E-Mail
Jazz Bigband Graz
Bild: Erich Reismann
Wenn das JazzFest Berlin einen Schritt in die entgegengesetzte Richtung geht – identitätspflegend bzw. -präsentierend – und die Fassade gleich ganz weglässt, hat dies künstlerische Gründe. Vom 3.-7. November europäischer Jazz galore - ein kontinentales Konzept, das Grenzen nicht duldet. Ein »Elder Jazzman« wie Emil Mangelsdorff ist ebenso dabei wie der rastlose Joachim Kühn und ein junger Held, Pablo. Denis Colin durchmisst mit der Societé des Arpenteurs (dt.: Gesellschaft der Landvermesser) besondere Regionen, der indisch-stämmige US-Altsaxofonist Rudresh Mahanthappa ist selbst eine. Beim Anderson-Bennink-Möbus-Glerum-Kemenade-Treffen treffen sich Leute aus unterschiedlichen geomusikalischen Gegenden, während das Berliner Neue-Musik-Ensemble Zeitkratzer vs. Terje Rypdal & Palle Mikkelborg antritt. Es gibt Balkan Brass vom mazedonischen Kocani Orkestar, die vertrauten Bigbands aus Graz resp. Hessen sowie Studio Dan, »die beste Band der Welt«. Iro Haarla aus Finnland, Christine Tobin aus Irland, Django Bates aus England. Man spielt im A-Trane, Quasimodo, Hotel Savoy, Jazz-Institut Berlin und Haus der Berliner Festspiele. Vollständiges Programm ab 6. September hier: www.jazzfest-berlin.de

Jazz Jamboree PlakatSchon vom 23.-26. September findet die European Jazzjamboree Berlin statt, veranstaltet von der Jazzwerkstatt, eine der ersten Adressen im Bezirk Free und Improv. »Berlin meets Africa« ist das Motto, wenn sich im Kino Babylon sowie im Stilwerk u.a. Carl Ludwig Hübschs Development of the Universe mit Koraspieler Toumani Diabaté trifft, Gitarrist Uwe Kropinskis Marula mit Bassmann Jamaladeen Tacuma, Conny Bauer mit William Parker und Hamid Drake. Eine wahrhaft bunte Veranstaltung in a black & white world, die vom Tony Kofi Quartet, Alan Skidmores Afro-Formation Ubizu sowie Altmeister (ja, er ist schon 77!) Manu Dibango mit der Soul Makossa Gang u.a. gerundet wird. Tanzen darf man auch.
www.jazzwerkstatt-online.de/Konzerte

Lieber spät als gar nicht gratulieren wir dem Kölner Nonplace-Label zum 10. Jahrestag und weisen auf die Anniversary Edition-Compilation mit 14 exklusiven Instrumental-Tracks hin. Gegründet von Elektroniker Bernd Friedmann a.k.a. Burnt Friedman ist das Label ein Ort für unlokalisierbare Musik um Jazz, Pop, Club, Song, Elektronik. Formationen wie The Embassadors und Root 70 entfernen sich hier wohlwissend vom Herkömmlichen im Jazz. Erfolgreichster Act des Labels ist Friedman selbst, zusammen mit Ex-Can-Drummer Jaki Liebezeit. Meist mehr als die Summe der Anteile. Macht klug und ist gut für die Seele.
www.nonplace.de



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Steve Coleman - Bild: Juan Carlos Hernandez
Ab dem 23. September nehmen die 34. Leipziger Jazztage für 10 Tage ihren Lauf. Opernhaus, naTo, reichlich Clubkonzerte. Im Zentrum steht nach 20 Jahren Gesamtdeutschland der gesamtdeutsche Jazz, gespielt von Till Brönner mit Drummer Günter »Baby« Sommer, der NDR Big Band, Thärichens Tentett, Peter Brötzmann, Nils Wograms Nostalgia, Hyperactive Kid, Jazzanova u.a. Dazu die Ausländer Medeski Martin & Wood und Steve Coleman & Five Elements sowie Kattorna und Mateusz Smoczynski. Beim Jazz für Kinder ermittelt Inspektor Maus mit dem Panama Jazzensemble und Jorinde Jelen und die Fresh Boys lassen Puppen und Kinder tanzen. Zum Abschluss ein Chorkonzert mit dem Vocalconsort Leipzig und Sänger Matthias Knoche aus Anlass des 30. Todestages von John Lennon.
www.jazzclub-leipzig.de



Jazzmeile ThüringenZur 16. Jazzmeile Thüringen direkt im Anschluss ist es nicht weit. Mit »Borderhopping – Innen-Außensichten« geht’s vom 3. Oktober bis 25. November auch hier um 20 Jahre Post-Mauer-Kultur. Das bundesweit einzigartige Jazzfestival, das mit dem Straßburger Jazzdor-Festival zusammenarbeitet, findet in 18 vernetzten Thüringer Städten statt. Workshops, Nachwuchsförderung, Luis Borda & Roman Bunka, das New Orleans Organ Trio, das Tingvall Trio, afrophiler Ethno-Jazz mit dem Raaga Trio, die Jazzrock-Veteranen Colosseum (mit Barbara Thompson für Dick Heckstall-Smith), die bizarren Formelwesen, Sängerin Randi Tytingvaag, Swing-Sänger Marc Secara & Berlin Band unter Jiggs Whigham. Etc. Wegen ihres schönen Namens muss noch die Schweizer Formation Hildegard lernt fliegen genannt werden.
www.jazzmeile.org

Mit Streiflichter. Erinnerungen und Überlegungen zum Jazz in Dresden rund um die politische Wende hat der Dresdner Jazzclub Neue Tonne eine Broschüre zu den Ereignissen um die Konzerte im Oktober ’89 veröffentlicht. Sie ist Teil des Projektes Wendejazz–Jazz in Dresden mit Konzerten, Vorträgen und Ausstellung. Die anspruchsvoll gestaltete Edition blättert auf, wie die IG Jazz Dresden in den Postwendejahren »zu den Nutznießern der Kultur- und Sicherheitspolitik der DDR zählte, keinesfalls zu den Benachteiligten«, dass dadurch aber auch Konzerte mit Musikern aus dem westlichen Ausland möglich wurden. Beschrieben werden auch die Zersetzungsmethoden der Stasi bei Andersdenkenden.
www.jazzclubtonne.de.

Einer, der die DDR-Jazzszene prägte wie kaum einer, war Manfred Schulze alias »Catcher«, nun 75-jährig seiner Krankheit erlegen. Der Saxofonist und Komponist arbeitete bereits Ende der 60er an einer explizit europäischen Synthese von zeitgenössischer Orchestermusik und Jazz. Platten von Schulze sind bei FMP erschienen. Mehr über den interessanten Mann unter www.manfred-schulze.de

Nur 65 wurde Willem Breuker, ein ganz Großer des Euro-Jazz West. Der holländische Saxofonist, Komponist und Free-Jazz-Pionier gründete in den frühen 70ern das Kollektief, ein Ensemble, das Jazz, Klassik, Folklore und alles andere mit (scheinbarem) Chaos, Präzision, obligatorischen Anteilen von Humor und z.T. verblüffender handwerklicher Virtuosität verschnitt. Die Band, die in Konzertsälen wie in Fußgängerzonen auftrat, sezierte populäre Strömungen, Schlager oder auch Opern-Arien auf transformative Weise, dig you. Breukers Nachhall ist noch nicht einschätzbar. Moge ruste in vreden.

Mit 75 das Horn aus der Hand legte Harry Beckett. Der in Barbados geborene Trompeter, der - eigentlich auf dem Weg in die USA - 1954 im UK anlandete (ein Visum für England war leichter zu erhalten), spielte in Latin- und Dance-Bands, bevor er sich Avantgardisten wie Chris McGregor’s Brotherhood of Breath anschloss. Beckett spielte einen warmen Sound, verfügte über ein untrügliches Gespür für Melodie, Pausen und Freiräume. Understatement, Baby. Charles Mingus riet dem jungen Harry: »Versuch nicht, wie Gillespie, Miles oder sonst jemand zu spielen, spiel einfach dein eigenes Harry-Beckett-Ding!« Das tat er, bis zum Schluss.

Bereits im Juni erlag Fred Anderson Jr. (81) den Folgen eines Herzanfalls. Der Tenorsaxofonist, der als Autodidakt erst spät auf dem Konservatorium »dazulernte«, trat in den 60ern in Chicago mit Archie Shepp und Musikern der AACM (Association for Advancement of Creative Musicians) auf, die er mitbegründet hatte. Anderson eröffnete die Velvet Lounge, in den 80ern das Zentrum von Chicagos Avantgarde, und trat 2000 auf dem Jazzfestival Frankfurt mit dem Postrockflaggschiff Tortoise auf. Als Avantgardist blieb Anderson stets an der Tradition orientiert, hatte einen voluminösen, vom Blues unterfütterten Ton zwischen Nervosität und Innerlichkeit.

Eine nicht weniger prägnante Stimme besaß die große Abbey Lincoln, just im Alter von 80 in New York gestorben. In Chicago geboren, wurde sie von Leuten wie Sonny Rollins und Drummer Max Roach entdeckt, an dessen We Insist! Freedom Now-Suite sie beteiligt war. Lincoln galt als (inoffizielle) Stimme der Bürgerrechtsbewegung, war im TV und Kino zu sehen (u.a. in For Love of Ivy von Daniel Mann, 1968, mit Sidney Poitier). 1970 zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück, um ihre kranke Mutter zu pflegen, und kam in den 80er Jahren zurück. Mit ihrem Gesang, der überzeugend Freude wie auch Schmerz vermitteln konnte, galt sie vielen als Nachfolgerin von Billie Holiday, fand aber ihren eigenen Weg und ihr eigenes, unverkennbares Timbre.

Bobby Hebb, Sänger und Songschreiber, starb 72-jährig. Sein »Sunny« wurde von u.a. Marvin Gaye, Dusty Springfield, Ella Fitzgerald, Cher, José Feliciano, Wes Montgomery, James Brown und unzähligen anderen gecovert. Selbst die Version von Boney M. konnte den milden Charme der Song-Perle nicht ausmerzen, die erstaunlicherweise durch den Mord an John F. Kennedy 1963 motiviert wurde: »I needed to pick myself up.« Während Hebb als Songlieferant für u.a. Lou Rawls Erfolg hatte, litt seine Sänger-Laufbahn an alkoholbedingter Schlagseite. Hebb kriegte die Kurve und verbrachte seine letzten Jahre in Memphis/Tennessee, wo er aufwuchs und seine ersten musikalischen Schritte in der Waschbrettband der Familie, Hebb’s Kitchen Cabinet Orchestra, tat.

Ebenfalls gegangen ist Fotograf Herman Leonard (87), dessen S/W-Aufnahmen von Billie Holiday, Duke Ellington und Miles Davis die Ikonografie des Jazz mitbegründeten.

Der Stuttgarter Jörg Becker, bekannt u.a. für seinen Jazz-Kalender, ist der erste in einer Ausstellungsreihe deutscher Jazzfotografen, mit der das Jazzinstitut Darmstadt sein 20-jähriges Bestehen begehen wird. Auftreten werden dazu am 1./2. Oktober a) der Oberbürgermeister mit zwei Paar Worten, b) die German Jazzlegende Rolf Kühn mit dem Berliner Tri-O und c) Maxi Sickert, deren wohlgeratene Kühn-Biographie Clarinet Bird vorgestellt wird. Seinen Dienst aufgenommen hatte das Institut im September 1990 in noch beengten Räumlichkeiten, die analog zur internationalen Reputation des Hauses wuchsen. Mehr dazu und weitere Jubel-Konzerttermine hier: www.jazzinstitut.de. Und, by the way: Herzlichen Glückwunsch!

Jorgo SchaeferDer Wuppertaler Künstler Jorgo Schäfer stellt vom 5.-28.10. Bilder und Objekte seiner Serie »Watching with my Jorgo ArtEars/Sounds on Canvas 2000-2010« in der ver.di-Bundesverwaltung in Berlin aus. Seit Jahren Artist in Residence beim Vision Festival in New Yorks Lower Eastside, hat Jazzfan Schäfer daraus eine naheliegende Arbeitsmethode entwickelt: Seine Bilder entstehen live, mitten im Publikum, während des Konzerts. Wie Free-Jazzer sich ihren Mitteln und Intuitionen überlassen, materialisiert der Künstler Klangwelten in dem Moment, in dem er sie wahrnimmt. Ansehen & -hören lohnt. Obwohl der Eintritt frei ist.
www.jorgo-art.de



Enjoy Jazz_Charlie Haden & Quartet Westpowered by JAZZTHETIKWer für Kostnix aufs 12. Enjoy Jazz Festival möchte, braucht etwas Glück und die richtige Antwort auf folgende Frage: Wie lautet das erste Wort des Textes von Irving Berlins Klassiker »Cheek To Cheek«? Wir verlosen einen Festivalpass für SÄMTLICHE (!!!) Veranstaltungen der Veranstaltung – Heaven! Lösung mit Betreff »Enjoy-Verlosung« per E-Mail ( Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können ) oder Post (s. Impressum) bis 12.09.2010 an die Redaktion. Wer nicht gewinnt und zahlen muss, ist doch kein Loser. Denn das internationale Festival für »Jazz und Anderes« (sic!) vom 2.-19.10. in Heidelberg-Mannheim-Ludwigshafen ist immer ein Gewinn. 70 Gigs in diversen Venues, darunter Manu Katché im Heidelberger Schloss, Anthony Braxton in der Uni-Aula, Nik Bärtsch und Hindi Zahra in der Alten Feuerwache. The Bad Plus, Grace Kelly sowie Jan Bang, Eric Honoré und Arve Henriksen im Karlstorbahnhof. Karl Berger in der Musik- und Singschule. Tineke Postma und Acoustic Africa in dasHaus. Hazmat Modine in der Stadthalle. Alan Blairman in der Klapsmühl’ am Rathaus. Chucho Valdés. Fredrika Stahl. Der New-Orleanser Trombone Shorty. Crimson-Gitarrist Adrian Belew. Herbie Hancocks Imagine-Project. Beat Kaestlis Tribute to European Song. Oval-Elektronik. Rap-Ikone KRS-One. Root 70. Roger Willemsen legt Schallplatten, Schauspieler Matthias Brandt die andere Seite des Jazz auf. [em] und Rudder kommen im Rahmen der Jazz Today-Tourneereihe mit freigeistiger Skulpturik zwischen Groove und Eskapade resp. Fusion-Jamsessions mit Rock, Electro, Psych und HipHop drin. Erbaulich irres Zeug, das.
www.enjoyjazz.de, www.qrious.de, www.em-trio.de, www.ruddermusic.com

[An dieser Stelle die besten Grüße an Enjoy-Geschäftsführer Rainer Kern, der vor kurzem gesundheitlich einen harten Schlag einzustecken hatte. Wir sind entsetzt und wünschen Kraft und Geduld auf dem Weg zur Wiedererlangung der vollen Funktionstüchtigkeit.]

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Trio Rouge/Bild: Peter Bastian
Murnau, ein oberbayrisches Städtchen, dessen Namen ein gewisser Friedrich Wilhelm für sich adaptierte, der eigentlich Plumpe hieß und Stummfilmregisseur war, veranstalte vom 21.-24. Oktober sein 11. Weltmusikfestival Murnau. Es geht um Grenzüberschreitung. Sachte. Das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie befasst sich mit dem Komponisten Karl A. Hartmann (1905-63), der sich in Nazideutschland in die »innere Emigration« begab, um seine Kunst zu schützen. Manuel Barrueco, kubanischer Akustikgitarrist und einer der besten seiner Art, kommt solo. Das Trio Rouge - Lucilla Galeazzi, Vincent Courtois, Michel Godard - transformiert die Eigenschaften des mediterranen Canzone mit Liebesliedern, Improvisation, Zeitgenössischem. Schließlich Oregon. Seit 1972 Synonym für Grenzgang, bewegt sich die einflussreiche Kammerjazzband um Ralph Towner und Paul McCandless unvergleichlich frei durch Stile und Dynamiken.
www.weltmusikfestival-grenzenlos.de

Al AndaluzAuch Al Andaluz gehen auf Tour! Der Bandname - die Bezeichnung der heimatvertriebenen arabisch-stämmigen Gründer des Emirats (!)powered by JAZZTHETIK Córdoba im 8. Jh. für die iberische Halbinsel - ist Programm. Gebildet aus Mitgliedern der Mittelalter-Band Estampie und L’Ham de Foc, begegnen sich in der Musik der Al Andaluz moslemische, jüdische und christliche Spuren jener Zeit, in der Spanien als intellektuelle Hochburg Europas für Toleranz, Gelehrsamkeit und Kunst stand. In alten Liedern lassen Al Andaluz dieses Bewusstsein der Akzeptanz sehr lebendig werden. Mit drei Sängerinnen und Instrumenten wie Oud, Saz, Dudelsack, Drehleier und allerlei Schlagwerk vermittelt die deutsch-spanisch-marokkanische Besetzung in abwechselnden Dynamiken ein intensiv unmuseales Gefühl von – Gegenwart!

11.09. Selb, Mittelalterfestival
25.09. Gent (B), Festival van Vlaanderen
26.09. Bonn, Harmonie
29.09. Freiburg, Jazzhaus
01.10. Plauen, Malzhaus
www.alandaluzproject.de



Triband: Sandie WollaschGanz so alt ist die Tradition beim 7. Jazztival (8.-10. Oktober) im württembergischen Bühl nicht, gleichwohl - neben anderem - vorhanden. Ein gut ausbalanciertes Line-up mit Vocal-Jazz-Night (Triband feat. Sandie Wollasch, hr-Bigband feat. Caecilie Norby), Trumpet Summit (mit den Trios von Klaus Ignatzek und Matthias Schriefl), Jazz-Gala (Bill Ramsey und Pianist Sebastian Studnitzky), Gitarristin Susan Weinerts Global Player Trio, Kneipen-Jazznight und Jazz for Kids. Dazu Workshops von Weinert und Schriefl - und Doldingers Tatort zum Abschluss. Schließlich ist Sonntag.
www.buehl.de/servlet/PB/menu/1563715_l1/index.html



Ana MouraAuch offen mag man’s im saarländischen St. Wendel beim WND Jazz (16.-19. Oktober). Das 20. Jahr wird gefeiert, u.a. mit Bassmann Renaud Garcia-Fons in Mittelmeerlaune, Helge Sundes Großensemble Denada, dem Spezial-Pianojazz des Finnen Iiro Rantala (Klavier, Gitarre, Beatboxer) und Fado mit Ana Moura und der hr-Bigband. Die Bigband hat übrigens just für ihr Album Money Jungle. Ellington reorchestrated den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik eingeheimst. Für nicht weniger profund als diese renovierte Fassung des gleichnamigen Ellington-Albums hielt die Jury Turnaround. The Music of Ornette Coleman von Saxophoniste extraordinaire Dave Liebman. Konsequent, ihn auch zu preisen.
www.wndjazz.de, www.schallplattenkritik.de




Julian & Roman Wasserfuhr
Bild: Jörg Grosse-Geldermann
Eine weitere internationale Kleinstadtveranstaltungsreihe ist Swingin’ Parc im oberhessischen Bad Salzhausen unweit Frankfurt: ein Konzert pro Monat, auch im Jahresabo, bestritten von je einem Jazz-Act mit Renommeé und/oder Namen. Heuer das Julian & Roman Wasserfuhr Quartett, die junge Sängerin/Pianistin/Posaunistin Noam Vazana aus der Region Palästina/Israel, die charismatische Amerikanerin Lisa Doby mit Gospel und Jazzfunk an den Füßen; und Trompeter Nils Wülker, nun mit Gitarrist Arne Jansen in der Group, was Groove, Gerocke und Funk kaum schaden dürfte.
www.bad-salzhausen.de/Swingin-Parc.html




Rauschtenb_IkebanaApropos Kleinstadt: Dietrich Rauschtenberger lebt in Schwelm. Er schreibt. Sein neues Buch, Jazz und Ikebana, ist im JAZZTHETIK Online-Shop erhältlich. Es geht um die Höhenflüge und Abstürze des Improvisierens in Kunst und Leben und um das spurlose Verschwinden eines fiktiven (?) Musikers. Der 70-Jährige weiß, wovon er spricht: In den 60ern bereiste er als Drummer einer der ersten europäischen Free-Jazz-Formationen mit Peter Brötzmann und Peter Kowald (b) die Sowjetunion, Zentralasien und die USA. Von 1987-99 schrieb Rauschtenberger für die JAZZTHETIK (ähem …), brachte 2002 das Solo-Theaterstück «Die Kunst, ein Schlagzeug aufzubauen» heraus und 2005 das Hörspiel »Wie wir den Free Jazz erfunden haben«. [Jazz und Ikebana. Stories. 196 Seiten, Broschur mit Leinen. Verlag Das Fünfte Tier. 21 EURO.]
www.rauschtenberger.com
oder hier



Eines noch zum Schluss: Die Ausschreibung für den Neuen Deutschen Jazzpreis Mannheim 2011, zu dessen Gewinnern seit 2006 Der Rote Bereich, Frederik Köster und das Tim Allhoff Trio zählten, läuft. Einsendeschluss ist der 31.10.! Alles weitere hier: www.neuerdeutscherjazzpreis.de.

Oder bei OBI.